SYS TEC electronic AG hat in einer mehrteiligen Fachserie die Entwicklung eines hochverfügbaren Funkenlöschsystems dokumentiert. Der zweite Teil, veröffentlicht am 13. Juni 2025, fokussiert auf die Netzwerkarchitektur und zeigt, wie Single Pair Ethernet (SPE) nach dem Standard 10BASE-T1L sowie Power over Data Line (PoDL) als technologische Fundamente gewählt wurden.
Der Wechsel von konventioneller Verkabelung zu SPE ist aus branchenökonomischer Sicht relevant: Klassische Ethernet-Verbindungen erfordern mindestens zwei Adernpaare, während SPE mit einem einzigen Paar auskommt und dabei Reichweiten bis zu 1.000 Meter unterstützt. Im konkreten Anwendungsfall setzt SYS TEC electronic 10BASE-T1L für Datenübertragungen mit Kabellängen bis 500 Meter ein. PoDL ergänzt das Konzept, indem über dasselbe Adernpaar Energie transportiert wird – im beschriebenen System bis zu 40 Watt pro Knoten bei 53 Volt DC.
Für industrielle Applikationen mit verteilten Endgeräten – und Brandschutzsysteme zählen zu den anspruchsvollsten solcher Applikationen – bedeutet diese Kombination eine erhebliche Reduktion des Installationsaufwands. Dezentrale Steuerungsmodule werden über dieselbe Leitung mit Daten und Strom versorgt, was separate Energieversorgungsstränge überflüssig macht. Dieser Ansatz ist insbesondere in Brownfield-Umgebungen oder bei beengten Kabelführungen ein praktischer Vorteil.
Die Entwicklung fügt sich in einen breiteren Markttrend ein: SPE gewinnt in der industriellen Automatisierung seit einigen Jahren an Dynamik, vorangetrieben durch die IEC-Norm 63171 sowie durch Aktivitäten der SPE Industrial Partner Network-Initiative. Hersteller von Feldgeräten, Sensoren und dezentralen I/O-Systemen evaluieren den Standard zunehmend als Alternative zu Feldbus-Technologien oder klassischen Industrial-Ethernet-Topologien mit höherem Verdrahtungsaufwand. Das Einsatzfeld reicht von der Prozessautomatisierung bis hin zu sicherheitsrelevanten Systemen wie dem hier beschriebenen Brandschutzanwendungsfall.
SYS TEC electronic betont in der Publikation, dass die neue Architektur Verbesserungen in drei Dimensionen erreicht: Diagnosefähigkeit, Redundanz und Zuverlässigkeit. Die Ethernet-basierte Kommunikation bis auf Feldebene ermöglicht dabei eine durchgängige IP-Konnektivität, die für Ferndiagnose und vorausschauende Wartung genutzt werden kann – Anforderungen, die im Kontext von Industrie-4.0-Konzepten auch in der Gebäude- und Sicherheitstechnik an Bedeutung gewinnen.
Aus Marktperspektive ist bemerkenswert, dass SYS TEC electronic einen sicherheitskritischen Bereich – Brandschutz – als frühes Anwendungsfeld für SPE/PoDL erschließt. Solche Referenzapplikationen sind für die breitere Marktdurchdringung der Technologie bedeutsam, da sie die Praxistauglichkeit unter anspruchsvollen Bedingungen belegen. Die vollständige Fachserie ist auf der Website von SYS TEC electronic verfügbar.
Quelle: SYS TEC electronic Presse – https://www.systec-electronic.com/blog/artikel/news-innovation-im-brandschutz-effizienz-und-zuverlaessigkeit-dank-smarter-vernetzung-teil-2





