Eva Augsten, Fachjournalistin, Hamburg
Die Preise für die Batteriezellen sind in den letzten Jahren rasant gesunken. Dieser Trend wird sich in absehbarer Zukunft fortsetzen. Immer mehr Industriebetriebe in Deutschland setzen daher Energiespeicher ein, um beispielsweise Lastspitzen zu vermeiden und Energiekosten zu senken. Auch Energieversorger und Netzbetreiber setzen Stromspeicher in ersten Projekten ein, um Strombedarf und -erzeugung zeitlich auszutarieren. Gerade bei der Einspeisung von erneuerbaren Energiequellen ist dies wichtig, da die Einspeisung nur schlecht planbar ist. In Branchen, in denen bisher eine unterbrechungsfreie Stromversorgung nicht zum Standard gehörte, werden Batterien dank der niedrigeren Preise ebenfalls immer interessanter – vor allem in Ländern, in denen häufige Netzausfälle zum Alltag gehören. In Zukunft könnten Unternehmen mit Hilfe von Batterien auch beim Stromeinkauf Kosten sparen, indem sie den Strom bevorzugt zu Zeiten niedriger Preise einkaufen.
Damit ein Stromspeicher verlässlich und effizient arbeitet, müssen viele Komponenten optimal zusammenarbeiten, von den Akkuzellen über die Energieverteilung und die Klimatisierung bis zum Monitoring der gesamten Anlage. Während Kleinspeicher fürs Einfamilienhaus heute bereits als Serienprodukt erhältlich sind, müssen Großspeichern für jeden Anwendungsfall neu ausgelegt werden. Das ist oft mühsam, denn für jedes Teil muss das zuständige Ingenieurbüro Angebote verschiedener Hersteller einholen und auswerten, die verfügbaren Spezifikationen mit den Anforderungen abgleichen und am Ende dem Kunden gegenüber die Verantwortung für das Gesamtkonzept übernehmen. Vor allem für kleine Ingenieurbüros oder für Ingenieurbüros mit anderen Arbeitsschwerpunkten ist diese komplexe Aufgabe nur schwer zu bewältigen. Umgekehrt kann nicht jeder Batteriehersteller seine Kunden mit einem maßgeschneiderten Komplettsystem einschließlich der gesamten Infrastruktur bedienen.
Junger Markt ohne Standards
Das Herborner Unternehmen Rittal kann in beiden Fällen die Lücke schließen. Auch für Industrie- und Gewerbebetriebe, die selbst eine Speicherlösung benötigen, ist der Systemanbieter ein erster Anlaufpunkt. „Wir helfen unseren Kunden, die Systeme so zu planen und zu konfigurieren, dass sie genau zu ihren Ansprüchen passen“, sagt Andreas Kühne, der bei Rittal im System-Consulting für das Thema Energiespeicher verantwortlich ist. Neben Schranksystemen und Containern, in denen die Batterien untergebracht sind, bietet das Rittal-Portfolio auch alles andere, was man braucht, um einem einsatzfähigen Stromspeicher zu realisieren. Dazu gehören nicht nur Komponenten für die Stromverteilung und den Systemausbau, sondern auch ein umfassendes Sortiment für die Klimatisierung und das Monitoring. Eine besondere Herausforderung liegt darin, mit Standard-Komponenten Lösungen für die vielfältigen Anforderungen eines jungen Marktes zu finden, der selbst noch kaum Standards besitzt. Das beginnt schon bei den Abmessungen: Einige Hersteller von Lithium-Ionen-Akkus orientieren sich zwar bereits am 19-Zoll-Standard, der sich in der IT durchgesetzt hat. Allerdings gibt es auch andere Maße. Bei den Blei-Akkus gehen die Varianten noch weiter auseinander.





