Interview: Michael Corban, Chefredakteur elektro AUTOMATION
elektro AUTOMATION: Herr Rilke, was ist die Zielsetzung der neuen 5G CMM Expo?
Thomas Rilke (Deutsche Messe): Wir wollen in Deutschland und gleichermaßen in Europa eine international ausgerichtete Konferenz aufbauen, die sich den Chancen widmet, die durch vernetzte mobile Maschinen entstehen – im Englischen Connected Mobile Machines oder kurz CMM. Diese mobilen Maschinen werden in Zukunft immer häufiger über das 5G-Mobilfunknetz miteinander verbunden sein sowie mit zentraler Steuerungsintelligenz in der Cloud – daher der Name 5G CMM Expo. Entscheidend ist, dass auf diese Weise sowohl Fahrzeuge aller Art als auch mobile Maschinen – zunehmend teilautonom oder vollständig autonom agierend – intelligenter werden. Anders formuliert: Durch die Vernetzung entstehen Systeme, die Aufgaben zum Beispiel in der Logistik, der Landwirtschaft oder des Katastrophenschutzes, um nur einige zu nennen, sehr effizient, ressourcenschonend und zielführend lösen können. Vernetzte mobile Maschinen sind die Voraussetzung für ‚smarte‘ Umgebungen und damit Smart Logistics, Smart Farming oder viel weitergehend Smart City. Die in Europa weltweit führende Fahrzeug- sowie Automatisierungsindustrie verbunden mit dem Maschinenbau schafft dafür die besten Voraussetzungen, weswegen wir uns für den Standort in Europa, in Deutschland entschieden haben. Hier werden Fahrzeuge und Maschinen gebaut, die künftig noch intelligenter sind und autonom agieren – und die 5G CMM Expo wendet sich an deren Hersteller.
elektro AUTOMATION: Sprechen Sie bestimmte Funktionen in diesen Unternehmen an?
Rilke: Wir adressieren mit dem Konferenzprogramm sowohl Entwickler, Konstrukteure, Produkt- und Produktionsverantwortliche von Fahrzeugen und mobilen Maschinen als auch die Managementebene im Allgemeinen. Den Entwicklern und Konstrukteuren wollen wir die Möglichkeit geben, sich umfassend zu technischen Themen zu informieren, von Embedded-Lösungen bis hin zu speziellen Antrieben und natürlich auch der geeigneten Vernetzung über 5G. Geschäftsführer und Vorstände können zudem erfahren, wie sich neue Geschäftsmodelle basierend auf autonomen Fahrzeugen und mobilen Maschinen aufbauen lassen.
elektro AUTOMATION: Wie wird sich Ihrer Ansicht nach der Markt für mobile Maschinen aller Art entwickeln?
Rilke: Mit Blick auf die eingangs genannten smarten Anwendungsfelder sind wir fest davon überzeugt, dass die Zahl intelligenter mobiler Maschinen rapide zunehmen wird. Zudem zeigt ein Blick auf die Automobilindustrie, dass hier bereits teilautonome Technologien verstärkt Einzug halten. Daraus werden sich unzählige neue Anwendungen ergeben, beispielsweise für autonome Reinigungsgeräte wie etwa Kehrmaschinen oder für Transportsysteme, die auf Drohnen zu Land, zu Wasser und in der Luft aufbauen und auch am öffentlichen Verkehr teilnehmen. Das alles setzt zwingend eine sehr leistungsfähige Vernetzung voraus, die insbesondere von den Möglichkeiten der 5G-Mobilfunktechnologie profitieren wird. Interessant ist, dass sich schon heute die Nutzung der vorhandenen Kommunikationsnetze jeweils zur Hälfte auf natürliche Personen sowie technische Geräte verteilt. Sicher wird die Nutzung durch Menschen etwa per Smartphone weiter zunehmen, aber dramatisch wandeln wird sich der Anteil mobiler Maschinen bei der Nutzung der Netze – hier werden autonome Fahrzeuge und mobile Maschinen überproportional zulegen. Wir erleben im Moment eine Zeitenwende, die ein Format wie die 5G CMM Expo geradezu fordert. Die deutsche Bundesregierung hat dies erkannt und deswegen ja bewusst einen Sonderweg im 5G-Bereich eingeschlagen – und die gesetzliche Voraussetzung für private Campusnetze geschaffen. Für mich persönlich hat sie damit eine Vorreiterfunktion übernommen.





