» Interview: Michael Corban, Chefredakteur elektro AUTOMATION
elektro AUTOMATION: Herr Rössel – was steckt hinter der Aussage ‚UL verified‘ im Zusammenhang mit den Chainflex-Leitungen für Energieketten von Igus?
Rainer Rössel (Igus): Wir geben auf unsere Chainflex-Leitungen eine Garantie von 36 Monaten – basierend auf den online verfügbaren Lebensdauerberechnungen, denen jährlich 2 Milliarden Testzyklen in unserem Testlabor zugrunde liegen. Underwriters Laboratories – oder kurz UL – als weltweit angesehene Prüfungsorganisation hat nun genau diese Testsystematik überprüft und zertifiziert. UL hat dazu ein Auditierungsteam zu uns geschickt und sich den gesamten Prozess genau angesehen, von der Konstruktion bis hin zum Testen. Damit ist unser Produktversprechen bezüglich der Chainflex-Leitungen nun ‚UL verified‘. Oder zu Deutsch, von UL zertifiziert. Für unsere Kunden und Anwender heißt das: Sie können nun sicher sein, dass das von uns abgegebene Markenversprechen, 36 Monate Garantie, auch zutrifft. Unser Antrieb, dieses durchaus anspruchsvolle Verifizierungsverfahren von UL zu durchlaufen und alles offen zu legen, lag darin, dass es dem Anwender angesichts der Vielzahl von Produktversprechen und Marketingaussagen der verschiedenen Anbieter sehr schwer fällt, solche Aussagen zu bewerten. Das spielt vor allem auch in den asiatischen Märkten eine sehr wichtige Rolle.
elektro AUTOMATION: Aussagen gerade für die Leitungen in Energieketten zu machen, ist ja nicht trivial – woran liegt das?
Rössel: Da haben sie absolut Recht! Die Bandbreite möglicher Anwendungen von Energieketten ist so groß, dass es speziell für die Leitungen in Energieketten keine Normen gibt – weder eine IEC-, EN- oder VDE-Norm; im Gegensatz etwa zu Leitungen für viele andere Anwendungen wie zum Beispiel bei der Hausinstallation. In Werkzeugmaschinen, in Bestückungsautomaten, auf einer Bohrinsel, in der Medizin- und Labortechnik, im Eventbereich, in Studios oder zur Inspektion von Windkraftwerken finden sich Leitungen und Energieketten – das alles lässt sich nicht in einer Norm unterbringen.
Energieketten sichern Versorgung unter rauen Bedingungen
Aus diesem Grund haben wir bei Igus in den letzten 30 Jahren viel in den Ausbau unseres 3800 Quadratmeter großen Testlabors investiert, indem sich 64 Testanlagen befinden. Nur auf diese Weise ist es möglich, systematisch herauszufinden, welche Kombinationen von Werkstoffen und Verseiltechniken zur maximalen Lebensdauer in den spezifischen Anwendungen führen. Das Ergebnis dieser sehr intensiven Forschungsarbeit bilden die Angaben zur erwartenden Lebensdauer sowie zulässigen Biegeradien und Temperaturbereichen ab. Das versuchen natürlich auch unsere Marktbegleiter, doch die Angaben sind nicht 1:1 vergleichbar.






