Alexander Rehm, Produktmanager Bedienen & Beobachten bei Wachendorff Prozesstechnik in Geisenheim
1. Dosier- und Mischtechnik 2. Anlagenbedienung mittels Touchdisplay 3. Visualisierung selbst erstellen
Winzige Dichtungsringe für die Medizintechnik, Babyschnuller oder kleinste Wasserdüsen für Duschköpfe: All diese Dinge haben eins gemeinsam: Sie werden aus Flüssigsilikon gefertigt. Es ist flexibel, biokompatibel und hitzebeständig und hat gegenüber herkömmlichem Kautschuk deutliche Verarbeitungsvorteile. So werden hier zwei niedrig viskose Komponenten vermischt und können dann direkt dem Spritzgußverfahren zugeführt werden.
Dosier- und Mischtechnik
Zum Mischen der einzelnen Bestandteile nutzt man spezielle Dosiermaschinen, die nicht nur präzise arbeiten müssen, sondern bei denen auch Hygiene eine große Rolle spielt. Sie mischen die beiden Komponenten, was durch statische oder dynamische Mischer erfolgen kann, und fügen bei Bedarf auch noch Farbe hinzu.
Ein Hersteller solcher Apparaturen ist EMT in Werdohl/Westfalen. Gegründet wurde das Unternehmen 2004 aus einer konkreten Aufgabenstellung heraus: „Die Automobilindustrie suchte damals nach Lösungen, um wässrige Klebstoffe, mit denen Leder für die Innenausstattung verarbeitet werden sollte, anzumischen und aufzutragen.“ erzählt Klaus Germeshausen von den Anfängen seiner Selbständigkeit. Er hatte sich zuvor überwiegend mit dem Vertrieb von Dosiermaschinen beschäftigt – hier wurde nun erstmals der Erfindergeist des Wirtschaftsingenieurs geweckt.
Wettbewerber gab es in diesem Bereich nicht viele und so wuchs das Unternehmen schnell und belieferte auch anderen Branchen wie die Holz- und Papierindustrie mit seinen Anlagen. „Immer dann, wenn wässrige Klebstoffe gemischt werden mussten, war das ein Fall für EMT“ erklärt Klaus Germeshausen. Da die Finanz- und Wirtschaftskrise 2009 auch an EMT nicht spurlos vorbei ging, suchte man nach weiteren, zukunftssicheren Branchen. Schnell kristallisierte sich hier das Thema Flüssigsilikon heraus. Es wird ähnlich wie die bisher verarbeiteten Klebstoffe aus mehreren Komponenten angemischt, so dass die bisher gesammelten Erfahrungen hier zur Anwendung kommen konnten.
Üblicherweise nutzte die Branche hier eher Silikongebinde um die 200 Liter. Allerdings stieg vor allem in der Medizintechnik die Nachfrage nach Mikroteilen und Kleinserien aus Flüssigsilikon weiter an. Hierfür wird pro Charge nicht sehr viel Material benötigt – Kartuschensysteme sind hier völlig ausreichend und genau hierfür entwickelte EMT komplett neue, wirtschaftliche Lösungen. Besonders anspruchsvoll ist die Herstellung von Produkten für die Medizintechnik. „Da hier sortenrein gearbeitet wird, sind die Materialkosten extrem hoch“ erklärt Klaus Germeshausen. Er hat sich darum viele konstruktive Details überlegt, um den hohen Ansprüchen dieser Branche gerecht zu werden. Der Mischblock aus Edelstahl ist besonders kompakt gebaut und verzichtet völlig auf Gewinde. „Wir haben hier alle Verbindungen angeflanscht, um glatte Flächen zu haben und so die Reinigung zu erleichtern“ erklärt Klaus Germeshausen.





