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    Wellenkraftwerke mit robuster Technik von Lapp
    Foto: Foto: Clint Patterson / Unsplash
    Konnektivität & Schnittstellen

    Wellenkraftwerke mit robuster Technik von Lapp

    Sinn Power möchte mit Wellenkraftwerken die Energie von Meereswellen nutzen. Erste Tests verliefen erfolgreich, auch mit robusten Verbindungslösungen
    Veröffentlicht
    22. Februar 2019
    Lesezeit
    4 Minuten
    Rubrik
    Konnektivität & Schnittstellen

    Bernd Müller, freier Journalist im Auftrag von Lapp

    1. Feuertaufe in Heraklion 2. Wellenkraft puffert Stromlücken 3. Unterstützung von Lapp 4. Konkurrenzfähig in fünf Jahren

    Auf einem Segeltörn kam Philipp Sinn die zündende Idee: Wie wäre es, wenn man die enorme Energie in den Wellen zur Stromerzeugung nutzen könnte? Zuhause skizzierte er ein Konzept, das zu einer Promotion führte, die wiederum Basis für die Gründung von Sinn Power im Jahr 2014 war. Das Unternehmen ist heute in dem Einfamilienhaus im Münchener Vorort Gauting untergebracht, in dem Sinn zuvor gewohnt hatte. Dort entwickeln und montieren zehn Festangestellte sowie bis zu 15 Studenten Metallteile, Elektronikplatinen, Generatoren sowie Kabel zu Modulen zusammen, die über eine leichte Verbindungskonstruktion zu größeren schwimmenden Feldern verbunden werden. Jedes Modul trägt unten einen Schwimmkörper mit bis zu 3 m Durchmesser, der sich mit dem Wellengang hebt und senkt. Eine 10 m lange Hubstange führt die Bewegung nach oben, wo sie bis zu acht Generatoren antreibt, die aus der Bewegung Strom erzeugen.

    Feuertaufe in Heraklion

    Das Konzept hat seine Feuertaufe bereits bestanden. Das belegt ein Video, das letzten Winter im Hafen der griechischen Stadt Heraklion aufgenommen wurde. Es zeigt zwei Module der zweiten Entwicklungsstufe von Sinn Power, die seit Juni 2018 an der Kaimauer befestigt sind und bei einem Sturm mit 100 m hohen Brechern überspült wurden. „Alles ist heil geblieben“, versichert Johannes Stuck, im Unternehmen für die Geschäftsentwicklung zuständig. Das sei der speziellen Konstruktion zu verdanken sowie den robusten Komponenten – zu denen auch Kabel und Stecker von Lapp gehören. Dass dem so ist, ist der Reaktionsschnelligkeit von Hermann Robl zu verdanken. Der Vertriebsingenieur bekam den Hinweis, dass jemand von einem bisher unbekannten Kunden namens Sinn Power im e-Shop von Lapp nach Kabeln und Steckern gesucht habe, die sich für den Einsatz in Salzwasser eignen. „Ich bin hingefahren – und war sofort fasziniert“, sagt Robl. Seitdem unterstützt Lapp das junge Unternehmen mit den gewünschten Verbindungskomponenten und technischen Informationen.

    Wellenkraft puffert Stromlücken

    Ein Nachteil vieler erneuerbarer Energien ist ihre mangelnde Kontinuität der Stromerzeugung. Beispielsweise nutzt die größte Windkraftanlage nichts, wenn kein Wind weht und bei Nacht produziert auch die beste Photovoltaikanlage keinen Strom. Will man die Lücken nicht mit schmutziger Energie aus Kohle stopfen, braucht es erneuerbare Alternativen. Wellenkraft ist vielversprechend, weil sie grundlastfähig ist, also auch dann noch Energie liefert, wenn andere Erzeuger Pause machen. Für die dezentrale Stromerzeugung, etwa um eine Insel zu versorgen, wäre so ein Kombi-Konzept besonders interessant. Aber nicht nur: Sinn Power hat auch Pläne, Wellenkraftwerke in die ungenutzte Fläche zwischen den Windturbinen in großen Meereswindparks zu platzieren. Oder wie in Heraklion fest verankert an Hafenmauern. Ideale Voraussetzungen für solche Konzepte herrschen rund um den Äquator, etwa in der Karibik, deren Inseln pro Jahr 1,3 Mrd. Euro für Dieselstrom ausgeben.

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    Unterstützung von Lapp

    2019 sollen die Tests ausgeweitet werden. In Heraklion werden dafür drei neue, technisch weiterentwickelte Module installiert, im Jahr 2020 folgt dann das erste schwimmende Kraftwerk, bestehend aus 35 Einzelmodulen. Auch dort werden Leitungen von Lapp an Bord sein. Der Stuttgarter Weltmarktführer für integrierte Lösungen der Kabel- und Verbindungstechnologie möchte die Zusammenarbeit nutzen, um die eigenen Produkte zu optimieren. So hat Hermann Robl vorgeschlagen, die Kabel aus Heraklion nach einem Jahr auszubauen und im Lapp-eigenen Labor zu untersuchen, ob sich der Kunststoff der Kabelverschraubungen verändert hat. Neben den Verschraubungen stammen die Leitungen zur Leistungsübertragung der Generatoren in der Anlage von Lapp, ebenso wie die Leitungen zur Datenübertragung, Steuerleitungen wie die Ölflex Robust 210 sowie die Verdrahtung auf den Leiterplatten. Später sollen auch Unterseekabel hinzukommen. „Ich kannte Lapp schon aus meiner Ausbildung als Elektroniker bei BMW und hatte großes Vertrauen in diese Produkte“, erinnert sich Simon Krüner. Der Elektroingenieur ist bei Sinn Power für die Elektronikentwicklung zuständig und sehr zufrieden mit der Unterstützung durch Lapp.

    Konkurrenzfähig in fünf Jahren

    Diese Unterstützung verspricht Hermann Robl auch für die kommenden Jahre. Denn mit der Marktreife rechnet Sinn Power erst ab 2021. Bis dahin müssen vor allem die Kosten gesenkt werden, was durch die Nutzung großer Stückzahlen gleicher Teile sowie durch eine Steuerung, die den Wellengang der kommenden Stunden und Tage voraussieht erreicht werden soll. In fünf Jahren soll dann 1 kWh aus einem Wellenkraftwerk made in Gauting, je nach Wellenklima des entsprechenden Standorts, weniger als 10 Eurocent kosten und damit konkurrenzfähig zu anderen erneuerbaren Energieerzeugern sein – sowie auch zu Dieselgeneratoren.

    Lapp hat schon in anderen Projekten Erfahrungen mit erneuerbaren Energien gesammelt, etwa mit Verbindungssystemen für die Photovoltaik. Und 2016 war das Unternehmen beispielsweise an der Verkabelung von Windrädern mit integriertem Pumpspeicher beteiligt. Der Naturstromspeicher in Gaildorf des Baukonzerns Max Bögl Wind etwa soll Maßstäbe für die Energiewende setzen: Bei überschüssiger Windenergie wird Wasser aus dem Tal in die Pumpspeicher oben gepumpt, wodurch dann Flauten bei Windstille durch leistungsfähige Turbinen im Tal ausgleichen werden können. Lapp hat für die Windräder Steuerleitungen, dicke Leistungskabel sowie Datenleitungen geliefert – just in time direkt auf die Baustelle. ik

    Individuelle Lösungen von Lapp:

    Hannover Messe 2019: Halle 11, Stand C03

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