Richard Habering, Geschäftsbereichsleiter Smart Plastics bei Igus GmbH in Köln
1. Smart Plastics als Gestalter der Smart Factorys 2. Frühwarnsystem durch intelligente Prognosen 3. Online-Anbindung an den Igus-Server 4. Flexible Offline-Datenanbindung 5. Zeitalter in Sachen Wartung und Instandsetzung
Begonnen hat die Digitalisierung mit einer Idee, die als Internet der Dinge (IoT) bekannt wurde und die in einer globalen Infrastruktur physische und virtuelle Gegenstände miteinander vernetzt. Einfaches Beispiel: Neigt sich eine Druckerpatrone dem Ende zu, stellt man mit zwei Mausklicks sicher, dass Ersatz geliefert wird. Ziel ist es, die Vernetzung von Produktionssystemen, Produkten und Menschen, Produktion oder Distribution effizienter zu gestalten. Demnach kommunizieren Maschinen miteinander und tauschen Informationen über Status, Werkstücke und mögliche Fehlermeldungen aus.
Smart Plastics als Gestalter der Smart Factorys
Als Hersteller und Lieferant von Komponenten aus Hochleistungskunststoffen, wie Energieketten, Leitungen und Gleitlagerprodukten, durchläuft die Igus GmbH ebenfalls einen digitalen Entwicklungsprozess und richtet seine Produkte mehr und mehr auf den Einsatz in smarten Fabriken aus. Mit dem Ziel, die Wartung und Instandhaltung seiner Plastics effizienter und wirtschaftlicher zu gestalten. Für die neue Isense-Produktfamilie wurden deshalb unterschiedliche Sensoren und Überwachungssysteme entwickelt, die Igus-Kunststofflösungen zu intelligenten Produkten machen, zu so genannten Smart Plastics. Das Ergebnis: Diese Komponenten gehen nicht einfach in den Status „defekt“, sie kündigen vielmehr diesen Defekt erst einmal als Wartungsbedürfnis an. Mit dieser Neuentwicklung etabliert Igus die sogenannte prädiktive, die vorausschauende Wartung – intelligente Produktion trifft auf ebenso intelligente Instandhaltung.
Frühwarnsystem durch intelligente Prognosen
Das Prinzip der Smart Plastics ist schnell erklärt: Sensoren unterschiedlicher Art erfassen den Zustand der Komponenten, Energieketten, Leitungen oder auch Linear- und Rundtischlager, und melden diesen an einen Datenkonzentrator (Icom-Modul), der diese Daten auf Wunsch an ein intelligentes System übermittelt. So können etwa e-ketten im laufenden Betrieb auf ihre Zug- und Schubkraft hin überwacht und noch vor Eintritt eines Störfalls gewartet werden. Auf diese Weise lässt sich das Worst-Case-Szenario – Anlagenstillstand und Produktionsstopp – vermeiden. Und mehr noch: Wartungen und Serviceeinsätze werden planbarer und damit effizienter. Gewerke, bei denen eine Vielzahl von Ketten im Einsatz ist, profitieren nicht nur von diesem Sensor, sondern auch vom EC.B, einer Messtechnik, die Kettenbrüche detektiert. Denn EC.B meldet sich unmittelbar nach dem Bruch. Eine längere Überlastung der gegenüberliegenden Kettenseite wird vermieden, was auch diesen Serviceeinsatz zeitlich überschaubar macht und Folgeschäden an weiteren Kettengliedern vermeidet. Aber nicht nur für e-Ketten, auch für Leitungen hat Igus Möglichkeiten zur präventiven Überwachung geschaffen, darunter die CF.Q, das die elektrischen Leitungseigenschaften misst. Auf der SPS IPC Drives präsentierte Igus darüber hinaus ein neues Konzept zur intelligenten Überwachung auch von Busleitungen in e-Kettensystemen. Durch die frühzeitige Alarmierung schon bei kleinsten Veränderungen der Übertragungseigenschaften erkennt das CF.D System drohende Anlagenstillstände rechtzeitig.





