Steffen Friedrich, Vertriebsingenieur Friedrich Lütze GmbH, Weinstadt
1. Intelligente Stromüberwachung mit LCOS 2. Mehr Platz im Schaltschrank
Schwierige Schweißaufgaben? Diese zu lösen ist die Profession der Hugo Miebach GmbH in Dortmund. Unter anderem entwickelt, konstruiert und fertigt man dort Schweißmaschinen für Anwendungen in der Stahlindustrie. Anfang der 1990er Jahre entwickelte das Unternehmen seine ersten Laser-Schweißmaschinen zur Verbindung von zu Rollen aufgewickelten Stahlflachbändern. Diese sogenannten Coils werden zu einem „endlosen“ Band verschweißt, welches durch eine Beizanlage läuft – die Konti-Beize oder kontinuierliche Beize. Darin löst eine schwache Salz- oder Schwefelsäure den Zunder von der Stahloberfläche, also die Rückstände des Walzens.
Für einen namhaften Konzern der stahlerzeugenden Industrie fertigte Miebach beispielsweise die vollautomatisierte Schweißmaschine HSL19 (Hot-Strip-Laser für 1,9 m Bandbreite – Strips sind Flachprodukte) im Rahmen der modernisierten Konti-Beize: Die Stahlindustrie setzt für solche Anlagen IT-Netze (Isolé Terre) ein. Dieses Niederspannungsnetz innerhalb einer Elektroinstallation sorgt mit drei Leitern für eine erhöhte Ausfallsicherheit: Da aktive Leiter und geerdete Teile galvanisch nicht verbunden sind, wird die Stromversorgung bei einem ersten Fehler nicht gleich abgeschaltet. Ein IT-Netz eignet sich dementsprechend immer dann, wenn Abschaltungen folgenschwer oder kostspielig werden, so etwa in der Prozessindustrie, in Rechenzentren, Kraftwerken oder Krankenhäusern.
Intelligente Stromüberwachung mit LCOS
Für die besonderen Anforderungen an die Stromüberwachung der HSL 19 im IT-Netz konnte die Friedrich Lütze GmbH mit Sitz in Weinstadt die passenden Komponenten anbieten: Die elektronischen Überlast- und Kurzschlussüberwachungen mit erweiterten Funktionen LCOS CC und CCI (Lütze Communication System Current Control/Intelligence) sorgen für einen sicheren Leitungsschutz. Insgesamt arbeiten nun im Schaltschrank der Schweißmaschine 210 LCOS-Module sowie fünf Gateways LCOS-BC-PN. In der verwendeten einkanaligen Version erfolgt die Abschaltung zweipolig und ist galvanisch getrennt für Isolationsmessungen – was auch für die Statusmeldung, die 90-Prozent-Statusmeldung sowie den Ferneingang zum Ein- und Ausschalten gilt. Der Direktanschluss der Last ist vierfach ausgeführt. Somit kann man auf eine eventuelle zusätzliche Verteilerklemme verzichten.
Darüber hinaus deckt die LOCC-Box, ebenfalls eine elektronische Überlast- und Kurzschlussüberwachung von Lütze, die geerdeten TT- (Terre Terre) und TN-Systeme (terre neutre) ab. Deren Funktionen wie etwa selektive Abschaltung, hohe Leitungsdämpfung oder Fehlerspeicherung sind bei LCOS erweitert: beispielsweise um zweikanalige und auch zweipolig schaltende Baugruppen sowie einen Powerbus für die Rückleitung. Somit ist die Last nun direkt und vollständig am Gerät anschließbar. Die Fehlerdiagnose kann über LOCC-Pads oder Feldbus erfolgen. Auswerten lassen sich LCOS-Meldungen über Nutzerschnittstellen wie HMI (Human Machine Interface) oder MMI (Man Machine Interface).





